Weniger körperlich schwere Arbeit, bessere Ernährung und Medizin: Die Lebenserwartung der Deutschen steigt. Gleichzeitig möchten immer mehr „Best Ager“ im Alter zu Hause wohnen bleiben. Hier kann sich der Einsatz von Hilfsmitteln lohnen, um die Lebensqualität trotz körperlicher Beeinträchtigungen zu steigern.

Zu oft haben Senioren mit Rücken- oder Gelenkschmerzen zu kämpfen und sind dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Der Weg ins erste Obergeschoss kann sich zu einem unmöglichen Unterfangen entwickeln.

Zuschüsse vom Staat sind für Paare bis zu einer Höhe von 8.000 Euro möglich.

So lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben

So erging es Marga Schüler (80) aus Bergisch-Gladbach, die nur mit großer Mühe die Stufen in die erste Etage ihres Eigenheims bewältigen konnte: „Ich will so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. Damals, 1974, wollten mein Mann und ich das Haus sehr offen haben, ohne viele Wände und Türen und mit einer Wendeltreppe, die in die obere Etage führt. Die letzten Jahre hat sie mich zunehmend vor Probleme gestellt; die Stufen hinaufzusteigen, war schon mühsam genug, wenn dann noch die Hände voll waren und ich mich nicht richtig am Geländer festhalten konnte, merkte ich, wie mir auch die Sicherheit fehlte.“ Erst der Einbau eines Treppenlifts verbesserte die Mobilität der älteren Dame.

Ein Viertel bereits barrierefrei

Mit dem Wunsch, ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen, steht Marga Schüler nicht allein da: Laut einer Umfrage, im Auftrag von thyssenkrupp, des Marktforschungsinstituts Innofact möchte jeder zweite Deutsche über 40 Jahre im Alter zu Hause wohnen bleiben. Etwa ein Viertel der Befragten hat sein Heim deshalb bereits barrierefrei ausgestattet, weitere 25 Prozent betrachten Anpassungen wie die Installation eines Treppenlifts als notwendigen Schritt.

Interessanterweise sind Männer eher bereit, mehr Geld in die Anschaffung eines Treppenlifts zu investieren. Jeder Dritte würde über 5.000 Euro dafür ausgeben. Etwa die Hälfte der Frauen wählt hingegen günstigere Modelle bis 5.000 Euro. Marga Schüler ist jedenfalls glücklich, ihren „Express“, wie sie ihn nennt, angeschafft zu haben: Über meine Entscheidung bin ich sehr froh. Obwohl man sich so eine Investition ja schon sehr genau überlegt.“

Die Kosten für einen Treppenlift sind in etwa so hoch wie drei Monate im Pflegeheim. Sprich: Bereits im vierten Monat zahlt sich diese Investition aus. Pflegebedürftige, die ihr Zuhause altersgerecht umbauen lassen wollen, müssen die Kosten allerdings nicht allein tragen: Der Staat fördert solche Anpassungen mit bis zu 4.000 Euro pro Person. Ehepaare und andere Wohngemeinschaften kommen dank des Pflegestärkungsgesetzes sogar auf Zuschüsse bis zu 8.000 Euro.

Zusätzlich fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Abbau von Hindernissen im Eigenheim. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, von Kommune oder Land unterstützt zu werden.