Schon mehr als 15 Prozent aller Menschen in Deutschland sind jenseits der 70 – und es werden immer mehr. Damit wächst auch die Anzahl älterer Menschen, die an Gehbehinderungen und anderen die Mobilität einschränkenden Gebrechen leiden. Doch auch Jüngere können durch Unfall oder Krankheit in ihrer Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt sein. Der Wunsch, selbstständig in den eigenen vier Wänden zu bleiben, ist allen gemein.

Aus diesem Grund empfehlen Fachleute, Wohnungen schon bei der Planung, spätestens jedoch bei anstehenden Modernisierungsmaßnahmen, vorausschauend und altersgerecht zu gestalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Wohnumfeld ist die Sturzprophylaxe. Denn die Sturzgefahr ist im Alter nachweislich erhöht. Auch in dieser Hinsicht sollte man rechtzeitig dafür Sorge tragen, die Wohnung für künftige Lebensabschnitte sicher zu gestalten.

Frühzeitig ans Alter denken

„Wer möglichst früh an das Wohnen im Alter denkt, vermeidet spätere Umbauten mit erheblichem Aufwand oder einen sonst notwendigen Umzug“, rät Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga e. V. in Bonn. Sinnvoll ist es, Wohnungen so zu konzipieren, dass sie den Ansprüchen verschiedener Lebensphasen gerecht werden und ihren Bewohnern so lange wie möglich das Verbleiben in der vertrauten Umgebung ermöglichen. Oberste Prämisse ist dabei die gute und einfache Nutzbarkeit. Treppen, Schwellen, enge Türen oder unzugängliche Badewannen – das sind nur einige von vielen Hindernissen für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit. Breitere Türen und Bewegungsflächen oder barrierefreie Duschen ermöglichen oftmals erst das weitere Wohnen in der vertrauten Umgebung.

Die meisten Stürze sind vermeidbar

Stürze gehören zu den häufigsten Unfällen bei Älteren in Deutschland. Ein Drittel der über 65-Jährigen und sogar die Hälfte der über 80-Jährigen stürzen einmal im Jahr – und das mit zum Teil erheblichen körperlichen und seelischen Folgen. Etwa fünf Prozent aller Betroffenen tragen einen Knochenbruch, ein bis zwei Prozent Oberschenkelhalsbrüche davon. Viele Stürze führen zur Bettlägerigkeit und im schlimmsten Fall zur Pflegebedürftigkeit. Die meisten Unfälle ereignen sich ausgerechnet dort, wo man sich eigentlich sicher und geborgen fühlt: im häuslichen Umfeld.

Sturzrisiko mit einfachen Mitteln senken

Oft sind es ganz banale Ursachen, die zu einem Sturz führen. Hoch stehende Teppichkanten, lose und umherliegende Kabel oder schlechte Beleuchtung sind für die meisten Unfälle verantwortlich. Alle Stolperfallen gilt es zu beseitigen. So sollten rutschende Teppiche entweder entfernt oder zumindest durch Antirutschmatten sicherer gemacht werden. Bei Stürzen im Badezimmer und WC sind Senioren besonders gefährdet. Ausrutschen auf nassen Fliesen, stolpern über rutschende Badezimmerteppiche oder ein Gleichgewichtsverlust beim Heraussteigen aus Badewanne oder Dusche: Dies sind Sturzursachen, die häufig zu schweren Verletzungen führen. Auch hier lässt sich das Sturzrisiko mit einfachen Mitteln deutlich mindern. Rutschfeste Matten mit Saugnäpfen sind schnell in die Badewanne gelegt. Auf der Bodenseite gummierte Badezimmerteppiche verhindern das Wegrutschen. Schließlich können beim Nachlassen von Beweglichkeit und Körperkraft Haltegriffe in der Dusche, bei der Wanne und im WC eine „wahre Stütze“ sein.

Informationen

In jeder größeren Stadt gibt es Wohnberatungsstellen, die kompetent und unabhängig über altersgerechten Umbau und dessen Finanzierung beraten.

Ratgeber der Deutschen Seniorenliga

Die Broschüre „Sturzunfälle im Wohnumfeld vermeiden“ beschreibt umfassend, wie man sein Wohnumfeld sicherer machen kann, angefangen mit der Beseitigung von Hindernissen über die Anschaffung von Mobilitätshilfen bis zum barrierefreien Umbau. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn.