Am FZI Forschungszentrum Informatik untersuchen Wissenschaftler seit fast zehn Jahren, wie Technik dabei unterstützen kann. Mit der Unterstützung der Forscher sind zahlreiche innovative Produkte entstanden. Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen – mit diesem Ziel arbeiten die Forscher am FZI an technischen Assistenzlösungen.

Die Karlsruher Wissenschaftler setzen dabei auf kleine, dezent in die Wohnung eingebaute Sensoren und technische Assistenzsysteme. So wird beispielsweise der Hausnotruf, der bisher nur auf Knopfdruck Hilfe holte, heute dank moderner Sensoren intelligent: „Innovative Notrufsysteme erkennen auf der Basis von Bewegungsdaten automatisch, ob ein Notfall vorliegt und informieren in diesem Fall Angehörige oder einen Pflegedienst“, sagt Prof. Dr. Wilhelm Stork, Direktor am FZI Forschungszentrum Informatik.

Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte und unter Einbeziehung von 100 Testhaushalten entstanden unter anderem Systeme, die mit nur wenigen Handgriffen in der Wohnung platziert werden.

Stellt das System fest, dass eine Notsituation vorliegt, erfolgt die automatische Alarmierung. „Nach anfänglicher Skepsis haben die Testhaushalte sehr positive Rückmeldungen gegeben und schätzen das immens gesteigerte Sicherheitsgefühl, das ihnen die Sensorik gibt“, sagt Stork.

Die Forscher arbeiten auch an technischen Lösungen, um Notfallsituationen rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Im FZI Living Lab Ambient Assisted Living wurde zum Beispiel ein Sensorboden eingebaut, der Stürze und Regungslosigkeit erkennt. Schlaue Sensorik überwacht die Schlafqualität oder das Trinkverhalten und unterstützt bei der Erinnerung an die Medikamenteneinnahme. Mit solcher Assistenztechnik erwarten die Wissenschaftler nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch mehr Komfort.

„Die gleiche Technik, die uns beim Erhalt eines selbstbestimmten Lebens hilft, kann auch für das sogenannte ‚Smart Home‘ eingesetzt werden, also für die Reduzierung des Stromverbrauchs oder Steuerung von elektrischen Geräten. Habe ich zum Beispiel vergessen, den Herd auszuschalten, werde ich spätestens beim Verlassen der Wohnung per Handy alarmiert oder mein Herd schaltet sich von selbst aus“, sagt Stork. 

Beispielhafte Produkte und Anwendungsfälle hat das FZI im Rahmen eines Projektes der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In dem unabhängigen Internetportal (www.wegweiseralterundtechnik.de) bieten die Forscher eine Übersicht über am Markt verfügbare Produkte, die ein selbstbestimmtes Leben im Alter unterstützen.