Immer mehr Menschen wollen in den eigenen vier Wänden altern, anstatt bei körperlichen Einschränkungen ins Pflegeheim zu ziehen. Eine Alternative dazu ist die altersgerechte Anpassung der Wohnung. Mediaplanet traf Gunnar Dittmer, Geschäftsführer der Gunnar Dittmer GmbH, die auf senioren- und behindertengerechtes Bauen spezialisiert ist, zum Interview und sprach mit ihm über konkrete Umbaumaßnahmen für altersgerechtes Wohnen, wann man damit beginnen sollte und warum auf einen persönlichen Berater in keinem Fall verzichtet werden sollte.

Herr Dittmer, welche Umbauten müssen getätigt werden, damit eine Wohnung barrierefrei ist?

Oftmals werden bei Umbaumaßnahmen die Haupteingänge auf die Terrasse verlegt, denn diese sind in der Regel ebenerdig. Dann werden verbreiterte, von außen und innen verschließbare schwellenlose Türen eingebaut. In Bädern werden Wannen ausgebaut und durch bodengleiche Duschen ersetzt.

In der Küche baut man unterfahrbare Spülen und Herde ein, damit Rollstuhlfahrer diese erreichen können. Ähnliches gilt für den Backofen: Damit der Bewohner sich nicht bücken muss, wird der Ofen höher gesetzt.

Wenn Treppenlifte eingebaut werden sollen, müssen zunächst die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, das heißt Stromanschlüsse verlegt, Geländer montiert oder Plattformen gegossen werden.

Was ist Ihnen wichtig in der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gewerken?

Möglichkeiten, das eigene Zuhause altersgerecht umzubauen und die Lebensqualität aufrechtzuerhalten gibt es viele. Besonders wichtig beim Umbau ist die fachgerechte Durchführung durch Handwerker mit speziellen Fachkenntnissen und entsprechender Sensibilität für die Bedürfnisse im Alter.

Wie lange dauert es, bis eine Wohnung so umgebaut ist, dass sie barrierefrei genutzt werden kann?

Die Dauer des Umbaus hängt vom Aufwand ab. Häufig wird nur die Badewanne ausgebaut, der Boden neu gefliest und mit einer bodengleichen Dusche versehen. Das geht innerhalb weniger Tage. Ein kompletter Umbau inklusive Außenanlage, Bad und Küche kann unter Umständen bis zu zwei Wochen dauern.

Was machen die Bewohner während des Umbaus, bleiben sie in der Wohnung?

Wenn die Bewohner sehr hilfsbedürftig sind, gehen sie während des Umbaus in Kurzzeitpflege. Viele möchten auch gern in ihrer Wohnung bleiben. Mit einigen Einschränkungen, zum Beispiel wenn das Bad frisch gefliest ist, geht das auch.

Wann sollte man mit der Planung für den Umbau beginnen, wenn man in der eigenen Wohnung alt werden möchte?

Je früher, desto besser. Aber die wenigstens Leute machen sich früh Gedanken über eine barrierefreie Wohnung. Sinnvoll ist, wenn die sogenannten Best Ager, die zwischen 50 und 60 Jahre alt sind und beispielsweise ihr Bad umbauen wollen, dies gleich barrierefrei tun. Dann müssen sie nicht zehn oder fünfzehn Jahre später noch einmal umbauen. Die Wunschvorstellung ist, dass man sich um solche Fragen kümmert, solange man noch fit ist.