Doch trotz des zunehmenden Interesses an barrierefreiem Bauen ist nach wie vor von einem hohen Anteil an älteren Menschen auszugehen, der nicht rechtzeitig mit Modernisierungsmaßnahmen zur Stützung des selbstbestimmten und selbstständigen Lebens beginnt.

Es fehlen häufig das Wissen und die Vorstellungskraft, wie für das eigene Zuhause eine altersgerechte Modernisierung umsetzbar ist – dabei ist es in vielen Punkten einfacher, als man denkt.

Statistisch gesehen sanieren wir nur zweimal im Leben unser Badezimmer. Umso wichtiger, dass es dann so gut geplant, so schick gestaltet und so klug durchdacht ist, dass es auch bis ins hohe Alter eine Wohlfühloase bleibt.

Dem demografischen Wandel ist es zu verdanken, dass sich die Sanitärindustrie immer mehr einfallen lässt, um Benutzerfreundlichkeit und Komfort im Bad zu steigern.

Bequemlichkeit nach Maß

Bewegungsfreiheit ist wichtig, damit das Badezimmer bis ins hohe Alter eine Komfortzone bleibt. Viele verzichten dafür bei einer Komplettsanierung sogar lieber auf ein Gäste- oder ehemaliges Kinderzimmer, um großzügiger planen zu können.

Nehmen Sie sich Zeit für die Planung, Produktauswahl und Beratung.

Aber wichtige barrierefreie Komfortgaranten wie eine ebenerdige Dusche, eine niedrige, breit ummauerte Wanne oder ein unterfahrbarer Waschtisch lassen sich auch in kleineren Räumlichkeiten bedarfsgerecht installieren.

Thomas Harder ist Sanitärmeister und Handwerkskoordinator in einem Fachmarkt in Berlin-Schöneberg. Er hat schon viele Badsanierungen begleitet und weiß aus Erfahrung, was bis ins hohe Alter gut ist.

Wie groß sollte ein barrierefreies Bad mindestens sein?

Ich würde sagen, etwa neun bis zehn Quadratmeter, wobei wir das auch schon in kleineren Bädern umgesetzt haben. Oft muss man sich dann aber zwischen Dusche oder Wanne entscheiden. Je größer der Raum, desto mehr „Spielraum“ hat man natürlich.

Existieren Kleinigkeiten, an die Ihre Kunden bei der Sanierung des Badezimmers oft selbst nicht denken?

Ja, zum Beispiel, dass die Tür breit genug und das WC hoch genug ist, dass man eine blendfreie Beleuchtung hat, einen Bewegungsmelder für das Licht, wenn man nachts auf die Toilette muss, eine Waschtischarmatur mit herausziehbarer Handbrause oder einen abkippbaren Spiegel, damit man sich auch im Sitzen sieht. Da gibt es ganz viele Dinge, die das Leben leichter machen!

Sanierung heißt: Kosten, Schmutz und Lärm. Lohnt sich das?

Auf jeden Fall. Schmutz und Krach hat man im Grunde nur zwei Tage lang beim Abriss. Dann beginnt der Aufbau, und nach zwei bis drei Wochen ist alles vorbei. Das Ergebnis und die Nutzungsdauer einer Badmodernisierung entschädigen langfristig für die im Vergleich kurze Umbauzeit.

Was möchten Sie unseren Lesern als Tippn mit an die Hand geben?

Nehmen Sie sich Zeit für die Planung, Produktauswahl und Beratung. Für die fachgerechte Badplanung kann nach einem Aufmaß vor Ort ein individuelles Badkonzept in 3-D erstellt werden, was optimal auf die Raumverhältnisse abgestimmt ist.

Die dreidimensionalen Ansichten ermöglichen es zusätzlich, schon vorab das neue Bad „einzurichten“ und so ideal zu konzipieren. Eine der oft gestellten Fragen ist die der Finanzierung. Es lohnt sich für Sie, hier einmal bei der Pflegekasse nach Zuschüssen oder bei der Bank nach einem KfW-Darlehen für altersgerechte Umbauten
zu fragen.