Dabei lässt sich bereits mit wenigen Mitteln und ohne Renovierungsaufwand ein deutlicher Gewinn für mehr Komfort und Barrierefreiheit erzielen.

Wir stellen drei Anwendungsbereiche vor, die sich unkompliziert und kostengünstig nachrüsten lassen, sogar in Mietwohnungen.

Manuelle Rollladengurtwickler austauschen

Sie sind nicht nur praktische Helfer, wenn der Rücken zwickt: Elektronische Gurtwickler für Rollläden ersetzen manuelle Kraft durch clevere Technik. Einmal eingebaut, übernimmt der Gurtwickler das Öffnen und Schließen der Rollläden – auf Wunsch auch vollautomatisch nach Uhrzeit, Dämmerungsgrad oder Sonneneinstrahlung.

Der Mechanismus hält Einbrecher fern, da das Haus immer bewohnt aussieht, und hilft in der kalten Jahreszeit, Energie zu sparen. Besonders smarte Systeme kommunizieren außerdem ohne Programmieraufwand mit gängigen Rauchwarnmeldern: Bei Alarm wird der Rollladen automatisch hochgezogen.

Karte statt Schlüssel

Viele kennen das: Die Schlüssel der Innentüren werden oft verlegt, manchmal sind sie gar nicht mehr auffindbar. Außerdem sollen Werkraum oder Putzkammer kindersicher gemacht werden. Elektronische Schlösser versprechen hier ein Plus an Komfort.

Sie machen die Suche nach Schlüsseln überflüssig und bieten individuelle Zutrittsberechtigungen mittels RFID-Karten für alle Familienmitglieder. Besonders praktisch: Für kleine Büroeinheiten lassen sich zum Beispiel Zugangsberechtigungen für freie Mitarbeiter erstellen, die sich jederzeit wieder deaktivieren lassen.

Innentüren automatisch öffnen

Es gibt oft einen Grund, warum das Öffnen der Innentür ein Balanceakt ist: Man hält das Tablet in Händen, hat das Kind auf dem Arm oder ein Handicap, das die alltägliche Routine deutlich erschwert.

Automatische Systeme, die Innentüren selbstständig öffnen und auch wieder schließen, sind hier ein echter Gewinn für den Alltag und lassen sich einfach nachrüsten.

 


 

Wilhelm Rademacher

Wohnvisionär und Geschäftsführer von WIR elektronik

 

 

Wohnvisionär Wilhelm Rademacher über Wohnkomfort und Barrierefreiheit.

Barrierefrei zu wohnen bedeutet ein großes Plus an Lebensqualität. Unternehmer Wilhelm Rademacher gilt als Experte für Produkte, die das Leben komfortabler machen. Seit über 40 Jahren tüftelt er an intelligenter Haustechnik, etwa automatischen Antrieben für Garagen oder Türen. Drei nützliche Tipps.

Momentan ist oft die Rede von Barrierefreiheit. Warum?

Unsere Gesellschaft altert, das hat Auswirkungen auf unser häusliches Umfeld. Best Ager wollen ihr Leben genießen und sich nicht mit unnötigem Aufwand belasten.

Umbaumaßnahmen wie bodentiefe Duschkabinen und Rampen erleichtern den Alltag, sind aber kostspielig. Viel Komfort lässt sich schon durch den Einsatz von unkomplizierter Technik erreichen, die sich einfach in mein Zuhause integrieren lässt.

Intelligente Technik ersetzt dabei lästige Routinen?

Richtig – und das sogar oft ohne großen Programmieraufwand. Um ein Beispiel zu nennen: Das Öffnen und Schließen von Rollläden übernimmt ein automatischer Gurtwickler – bei Bedarf sogar selbstständig. Ein Sensor registriert die Dämmerung und setzt das System in Betrieb.

Mein Tipp: Überlegen Sie sich genau, was Sie wirklich brauchen, und starten Sie möglicherweise erst einmal klein.

Ein anderes Beispiel ist das elektronische Schloss für Innentüren. Das Schlüsselsuchen entfällt, wenn wir Türen einfach per RFID-Zutrittskarte öffnen können. Solche Karten können individuell für jedes Familienmitglied angelegt werden.

So bleibt zum Beispiel der Putzraum für Kinder automatisch verschlossen.

Wie wird aus meinem Zuhause ein Smart Home?

Es gibt verschiedene Ausbaustufen für ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Mein Tipp: Überlegen Sie sich genau, was Sie wirklich brauchen, und starten Sie möglicherweise erst einmal klein.

Den elektronischen Gurtwickler tauschen Sie zum Beispiel in wenigen Minuten gegen das manuelle Modell aus. Einzige Voraussetzungen: ein Gurtkasten ab 36 Millimeter Breite und eine 230-Volt-Stromversorgung.