Worauf sollte man achten?

Folgende Punkte sollten Sie in den Versicherungsbedingungen finden:

  • Leistungen bei Demenz: Die sogenannte “eingeschränkte Alltagskompetenz” sollte unbedingt enthalten sein, auch ohne anerkannte Pflegestufe.
  • Dynamische Leistungsanpassung: Die Dynamisierung sorgt dafür, dass die Pflegegeldleistungen mit der Inflation mithalten.
  • Grundlage MDK-Gutachten: Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sind an die Begutachtung und die Pflegestufe gekoppelt. Ihre private Pflegeversicherung sollte das Gutachten ebenfalls zur Leistungserbringung anerkennen.
  • Beitragsfreistellung im Pflegefall, idealerweise sogar bei Arbeitslosigkeit oder auch Arbeitsunfähigkeit.
  • Leistungen auch im Ausland: Beim Wohnsitz im Ausland darauf achten, dass die Versicherung zahlt, obwohl Sie kein Mitglied mehr in einer staatlichen Pflegeversicherung sind.
  • Nachversicherung: Die Leistungen sollten nachträglich angepasst werden können und zwar ohne neue Gesundheitsprüfung.

Policen mit staatlicher Förderung

Seit 2013 gibt es den sogenannten “Pflege-Bahr”, der, ähnlich wie die Riester-Rente, den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung bezuschusst. Die Policen schließen nicht die gesamte Pflegelücke. Geeignet ist der Pflege-Bahr aber für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen, die keine “normale” Pflegeversicherung mehr bekommen.

Kinder haften für ihre Eltern

Können betroffene die Eigenanteil für die Pflegekosten finanziell nicht stemmen, springt zunächst das Sozialamt ein. Allerdings greift das Sozialamt dann auf die unterhaltspflichtigen Kinder zurück, um sich die verauslagten Kosten zurückzuholen und künftige Pflegekosten der Eltern an die Kinder zu übertragen. Diese sind dann verpflichtet, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten Unterhalt bzw. die Kosten für die Pflege zahlen. Insofern kann es sinnvoll sein, für die eigenen Eltern möglichst früh eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, wenn diese sich das nicht leisten können.