Verursacht wird sie durch zahlreiche Krankheiten, Unfälle, medizinische Eingriffe, Medikamente, aber auch durch einen bestimmten Lebensstil oder psychosoziale Faktoren. Im Alter kommen Risiken wie Immobilität und Demenz hinzu.

Viele möchten zudem nicht darüber sprechen. Körperzonen im Genitalbereich sind nach wie vor tabu. Betroffenen ist das Problem peinlich und sie reden erst darüber, wenn ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt ist. Dabei ist der erste und wichtigste Schritt zu einer Kontinenz, aktiv Beratung und Hilfe zu suchen.

Vor einem Arztbesuch hilft dann das sogenannte Miktionsprotokoll dabei, die eigenen Symptome und Unregelmäßigkeiten beim Harnlassen besser zu beobachten. Eine Lösung für die individuelle Erkrankung können dann Urologen, Gynäkologen, Proktologen, Neurologen, Chirurgen oder Spezialisten der Geriatrie finden.

Der unwillkürliche Harnabgang kann ein Zeichen einer anderen Erkrankung sein, aber auch als eigenständige Krankheit auftreten. Ärzte unterscheiden verschiedene Formen der Inkontinenz.

Bei der sogenannten Belastungsinkontinenz verlieren die Betroffenen Urin bei körperlichen Anstrengungen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Lachen. Ursache ist oft ein schwacher Beckenboden.

Bis zu zwei Drittel der jährlich rund 60.000 Männer, die in Deutschland an Prostatakrebs erkranken, leiden danach unter einer Harninkontinenz.

Bei der Dranginkontinenz ist der Informationsaustausch zwischen Gehirn beziehungsweise Rückenmark und der Blase gestört. Grund können aber auch entzündliche Prozesse sein. Unkontrollierbare Nervenreflexe sind bei der Reflexinkontinenz die Ursache dafür, dass Urin ohne Harndrang abgeht.

Bei der Überlaufinkontinenz verliert der Patient ständig kleinere Urinmengen, ohne dass sich die Blase vollständig entleert. Diese Form betrifft häufig Männer mit einer Prostatavergrößerung.

Bis zu zwei Drittel der jährlich rund 60.000 Männer, die in Deutschland an Prostatakrebs erkranken, leiden danach unter einer Harninkontinenz, die jahrelang andauern kann. Sogar Impotenz ist nach einer radikalen Entfernung der Prostata möglich – je nach OP-Methode und Erfahrung des Operateurs.

Bei Frauen wiederum fehlt aufgrund ihrer Anatomie die Prostata, sodass einzig ihr Beckenboden den Verschlussmechanismus unterstützt. Da die Blasenschwäche bei ihnen auch nach einer Entbindung oder während der Wechseljahre auftreten kann, sind sie sogar noch häufiger als Männer betroffen.

Gute Einlagen können in der Unterwäsche befestigt werden und lassen sich diskret unter eng anliegender Kleidung tragen, da sie sehr dünn sind.

Aber egal welches Geschlecht – Betroffene verunsichert die Inkontinenz so sehr, dass sie sogar ihre Aktivitäten einschränken und soziale Kontakte verlieren. Besonders wenn die Inkontinenz nicht mehr behandelbar ist, aber auch begleitend zur Therapie sind harnaufsaugende Systeme dann unerlässlich. Nicht geeignet sind hier Monatsbinden, da sie Urin und den Geruch nicht sicher einschließen können.

Gute Einlagen können dagegen in der Unterwäsche befestigt werden und lassen sich diskret unter eng anliegender Kleidung tragen, da sie sehr dünn sind. Weitere wichtige Faktoren sind neben der Saugfähigkeit und Trockenheit, dass sie frei von reizenden Stoffen und Parfums sind und sich für empfindliche Haut und Allergiker eignen. Idealerweise werden diese Hilfsmittel, die sogar gegen Rezept erhältlich sind, im Gespräch mit dem Arzt auf Größe, Anatomie, Ausscheidungsmenge und Wechselintervall des Patienten abgestimmt.