Mit zunehmendem Alter nimmt das Erinnerungsvermögen vieler Menschen ab. Diese Art der Vergesslichkeit ist häufig altersbedingt und es besteht zunächst kein Grund zur Sorge. Sie kann jedoch auch ein erster Hinweis darauf sein, dass ein Mensch an Demenz erkrankt ist. Die Betroffenen verlieren dabei nach und nach wichtige Funktionen des Gehirns wie Denken, Orientierung, Lernfähigkeit und Sprache.

Die bekannteste und in Deutschland am meisten verbreitete Form der Demenzerkrankung ist die Alzheimerdemenz. Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten führen Medikamente zu einer Verbesserung des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit. Teilweise verzögern sie auch das Fortschreiten der Krankheitssymptome, eine Heilung ist aber nicht möglich.

Im Vordergrund der Behandlung sollte aber nicht die Krankheit stehen, sondern in erster Linie der Mensch. Dabei nimmt nicht nur die Forschung eine wichtige Rolle ein, sondern auch die Gesellschaft. Sie muss Verantwortung übernehmen, damit Menschen mit Demenz mit ihren Wünschen und Fähigkeiten in soziale Bezüge eingebunden bleiben und in ihrem Lebensumfeld ein gleichberechtigtes Leben führen können.

Helga Rohra, Mitbegründerin von TROTZDEMENZ:

„Ein Stadtplaner, der sich nicht mehr in seinem Stadtviertel zurechtfindet. Die Bäckerin, der kein Kuchen mehr gelingt. Der Lehrer, der ständig nach Worten sucht. Wenn Betroffene und Angehörige sich ständig auf das Fehlende fokussieren, kommen zuerst Wohlbefinden und Lebensfreude zu kurz.

Demenz ist keine Frage allein des Alters – es existieren 130 verschiedene Demenzformen und eine Erkrankung ist in jedem Alter möglich. Ein Mensch mit Demenz muss diese Einschränkungen, die die Diagnose mit sich bringt, akzeptieren. Wenn er sich selbst angenommen hat, dann kann er aufrecht stehen und sagen, ich bin da, ich gehöre dazu und will auf der gleichen Ebene behandelt werden.

Wenn ich nicht aus dem Schatten trete, wenn ich mich schäme, wenn ich depressiv bin, wenn ich mich zurückziehe, kann ich auch nichts verändern.

Ich schäme mich nicht dafür, dass ich nicht mehr die Leistung erbringen kann in kürzester Zeit, in diesem Druck. Ich habe aber andere Eigenschaften, die ich an mir neu entdecke und ich bringe diese ein, also ich bin genau so wertvoll, und wenn ich aus dem Schatten trete, dann können die anderen das auch erkennen. Allerdings wenn ich nicht aus dem Schatten trete, wenn ich mich schäme, wenn ich depressiv bin, wenn ich mich zurückziehe, kann ich auch nichts verändern. Nicht an meinem Zustand und nicht in der Gesellschaft. Umso bedeutsamer ist die Fokussierung auf Ressourcen für jüngere Menschen – wo liegen die Fähigkeiten, welche sinnstiftenden Aufgaben können im Alltag und im Beruf mit der Demenzerkrankung – trotz Demenz – übernommen werden? Es geht um Teilhabe und Inklusion für ein Miteinander von Menschen mit und ohne Demenz. Es geht nicht um Betreuungskonzepte FÜR Menschen mit Demenz, sondern um einen ehrlichen und authentischen Kontakt auf Augenhöhe.“

Der Verein TROTZDEMENZ, dessen Mitbegründerin Helga Rohra seit 7 Jahren mit der Diagnose Demenz lebt, engagiert sich für eine neue, potentialorientierte Sichtweise auf Menschen mit Demenz. "Nothing about us without us!“ - "Redet mit uns, nicht über uns!“, fordern Menschen weltweit. Während sich die Fortschritte der medizinischen Forschung darauf beschränken, die Erkrankung immer früher festzustellen, wächst die Gruppe der Menschen, die eine Diagnose haben und die für sich passgenaue Teilhabemöglichkeiten fordern. Bei uns arbeiten Menschen mit und ohne Demenz zusammen, damit Betroffene besser über ihre Situation und alle damit verbundenen Fragen wie z. B.: Therapiemöglichkeiten, psychosoziale Unterstützungsangebote, rechtliche Fragen und weitere mit der Demenz zusammenhängende Aspekte informiert werden. Es geht um Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Demenz und um ein neues Bild von Menschen mit Demenz in der Öffentlichkeit. Es geht um interdisziplinäre Vernetzung zum Wohle der Betroffenen und um nationale und internationale Allianzen. Es geht um die Chance für unsere Gesellschaft, den demografischen Wandel zu bewältigen und zugleich menschlicher zu werden. Es geht um uns alle.

Erfahren Sie mehr auf www.trotzdemenz.de.

Regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivitäten halten nicht nur den Körper fit, sondern auch das Gehirn. Dabei wird dem Gehirn mehr Sauerstoff zugeführt und die Durchblutung und der Stoffwechsel werden dadurch angeregt. Das bedeutet wiederum, dass das Gehirn leistungsfähiger ist.

Aber auch Lesen, Schreiben und Musizieren sowie Übungen zur Konzentration und Aufmerksamkeit wirken sich zusätzlich positiv auf die Leistung des Gehirns aus. Damit das Leben mit Demenz lebenswert bleibt, können auch ganzheitliche Betreuungs- und Beschäftigungskonzepte, die die Bedürfnisse von Demenzkranken und älteren Menschen in den Vordergrund stellen, helfen.

Bianca Mattern, Montessoripädagogin und -therapeutin und Erfinderin der NONNA ANNA®-Methode, die eine Weiterentwicklung der Montessoripädagogik für Senioren ist: „Darunter verbirgt sich ein innovatives pädagogisches Konzept aus der Praxis für die Praxis zur Betreuung von demenziell erkrankten und hochaltrigen Menschen. Die Demenz zieht einen tiefen Graben um den Erkrankten: Er ist in seiner Welt gefangen und alleine. Das macht ihm Angst und er wird traurig oder auch aggressiv.

Der an Demenz Erkrankte sammelt dadurch Erfolgserlebnisse durch Selbstbestätigung, wird dadurch ruhiger und ausgeglichener.

Das fordert beziehungsweise überfordert alle, die mit ihm umgehen. Das entwickelte Konzept überwindet diesen Graben und baut eine Brücke zwischen dem demenziell Erkrankten und der Außenwelt. Es umfasst mit mehreren Aktivitäten und vor allem auch dem Einsatz des seniorenpädagogischen Materials die Koordination von Kopf, Herz und Hand und baut verbale und nonverbale Kommunikationsbrücken.

Zwischen intellektueller Forderung geht es hier auch darum, den Menschen nicht nur einfach zu unterhalten und zu betüdeln, sondern auch direkt zur Aktivierung anzuregen. Der an Demenz Erkrankte sammelt dadurch Erfolgserlebnisse durch Selbstbestätigung, wird dadurch ruhiger und ausgeglichener. Den Hochaltrigen wiederum unterstützt diese pädagogische Betreuung, seine vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.“

NONNA ANNA® ist ein individuelles und pädagogisch sinnvolles Beschäftigungsangebot für Senioren, die dementiell erkrankt sind. Basierend auf speziell entwickeltem Material nach Montessori baut NonnaANNA® eine Kommunikationsbrücke zum Patienten. 

Erfahren Sie mehr auf www.nonna-anna.com.