Das Resultat: Viele Angehörige fühlen sich überfordert. Doch wann ist es Zeit, Verantwortung abzugeben und sich professionelle Unterstützung zu suchen?

Herr Haberkorn, was bedeutet es für ältere Menschen, plötzlich auf Hilfe angewiesen zu sein?

Vielen fällt es schwer zu akzeptieren, dass es nicht mehr alleine geht. Alltägliche Aktivitäten werden zur Herausforderung. Mit der Hilfsbedürftigkeit ändert sich die Rollenverteilung zwischen jung und alt. Auf einmal sind es die Kinder, die für ihre Eltern sorgen. Diese Erfahrung ist besonders für die Eltern schmerzvoll.

Und wie gehen die Angehörigen damit um?

Sie fühlen sich in der Pflicht, möchten etwas zurückgeben. Also übernehmen sie die Pflege selbst. Oft sind das anfangs nur kleine Hilfestellungen, die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen: Einkäufe erledigen oder Botengänge machen. Denn nicht alle Pflegefälle treten schlagartig auf. Häufig entwickelt sich die Hilfsbedürftigkeit nach und nach.

Worin liegt die Schwierigkeit in der Betreuung?

Die Betreuung ist vielfach als Übergangslösung gedacht – und kann im Normalfall auch nicht mehr als das sein. Denn bei den anfänglichen Aufgaben bleibt es selten. Wenn die körperliche Leistungsfähigkeit der Senioren weiter abnimmt und altersbedingte Erkrankungen voranschreiten, nehmen die Betreuungsaufgaben zu. Eine Herausforderung, die von den Angehörigen kaum zu bewältigen ist.

Also muss professionelle Hilfe her.

Einfach gesagt: Ja! Doch häufig nehmen Angehörige diese viel zu spät in Anspruch. Erst wenn sie selbst die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit erreichen, kommt die Einsicht: Ohne Hilfe geht es nicht. Angehörige sollten sich deshalb immer wieder die Frage stellen, ob die Pflege eines Familienmitgliedes noch weiter zumutbar ist.

Viele Angehörige scheuen sich davor, Pflegedienste als Unterstützung in Anspruch zu nehmen, aus Furcht vor unpersönlicher und nicht fachgerechter Betreuung.

Wir wissen aus Erfahrung, wie schwer es vielen Angehörigen fällt, loszulassen. Doch Verantwortung zu tragen, heißt auch, sie abzugeben – beispielsweise an eine häusliche Betreuungskraft. Sie lebt mit den Senioren unter einem Dach und kann sie so bei allen alltäglichen Aufgaben unterstützen.

Worauf sollten Angehörige bei der Auswahl achten?

Gute Dienstleister zeichnen sich durch ein transparentes und rechtssicheres Angebot aus. Der individuelle Pflegebedarf sollte in einem persönlichen Beratungsgespräch ermittelt werden. Nur so kann das Pflegemodell auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten werden. Neben dem Fachlichen muss natürlich auch das Zwischenmenschliche stimmen. Denn das seelische Wohlbefinden ist mindestens genauso wichtig wie das körperliche.

Und wie werden Sie bei Promedica Plus diesem Anspruch gerecht?

Wir setzen auf qualifizierte und erfahrene Betreuungskräfte aus Osteuropa. In Schulungen werden sie auf ihre Aufgaben vorbereitet. Dazu zählen beispielsweise Trainings in Alterssimulationsanzügen. So lernen die Betreuungskräfte, sich in die Situation ihrer Patienten hineinzuversetzen.

Sie üben auch den Umgang mit Demenzpatienten. Hinzu kommen Sprachkurse und Informationsveranstaltungen zu den kulturellen Gepflogenheiten in Deutschland. Das erleichtert sowohl dem Pflegebedürftigen als auch der Betreuungskraft die Eingewöhnung.

Ein gutes Modell also für Pflegebedürftige und Angehörige?

Davon bin ich überzeugt. Angehörige und Pflegebedürftige können so die verbleibende gemeinsame Zeit besser nutzen, um die schönen Augenblicke zu genießen.