Kann es da noch gute Nachrichten geben? „Es kann“ sagen die Präventionsforscher: 70 Prozent aller Schlaganfälle sind vermeidbar.

Wer seine Risikofaktoren kennt, sie regelmäßig kontrolliert und – falls nötig – behandeln lässt, hat schon viel erreicht. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichende Bewegung und Verzicht auf das Rauchen machen die Prävention komplett. Wer welches Risiko trägt, lässt sich heute statistisch berechnen.

So geht man davon aus, dass Rauchen das Schlaganfall-Risiko verdoppelt, ebenso wie Diabetes oder hohe Cholesterinwerte. Bluthochdruck und die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern führen gar zu einem vierfach erhöhtem Risiko. Komplex werden diese Berechnungen, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Dann addieren sich die Risiken nicht einfach, sondern steigen fast exponentiell. Das trifft auf viele Patienten zu, deshalb ist eine gute Kontrolle so wichtig.

Die meisten der Risikofaktoren haben eines gemeinsam, sie fördern die sogenannte Arteriosklerose. Dabei lagern sich Stoffe wie Cholesterin, Blutzellen, Bindegewebe und Kalksalze an den Innenseiten der Blutgefäße ab. Die normalerweise elastische Gefäßwand wird zunehmend starr und ihre glatte Innenwand rau. An den rauen Stellen sammeln sich Ablagerungen, so dass sich das Gefäß immer mehr verengt.

Arteriosklerose bildet sich meist über Jahre als Folge von Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Das erklärt, warum der Schlaganfall vorrangig eine Erkrankung des Alters ist. 80 Prozent aller Schlaganfälle treffen Menschen über 60 Jahre.

Ein Teil der Schlaganfälle wird aber auch durch Thromben ausgelöst, die durch die Blutbahnen geschwemmt werden und in den engen Gefäßen des Gehirns zu einem Verschluss führen. Diese Thromben bilden sich häufig im Herzen, Verursacher ist die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern. Etwa jeder fünfte Schlaganfall, so schätzen Schlaganfall-Experten, geht auf sie zurück.

Warnzeichen wie Herzklopfen, Herzrasen oder Aussetzer sollte man deshalb ernst nehmen und von einem Kardiologen untersuchen lassen.

Ähnlich viel Potenzial wie die Prävention des Schlaganfalls hat das Verhalten im Notfall. Eine regionale Studie des Evangelischen Krankenhauses Unna unterstreicht die Erfahrungen vieler Schlaganfall-Mediziner: mindestens ein Drittel der Patienten kommt zu spät in die Klinik und kann deshalb nicht wirksam behandelt werden. Sie erkennen die Symptome des Schlaganfalls nicht oder wissen nicht, wie wichtig es ist, sofort den Notruf zu wählen.

Denn: Jeder Schlaganfall ist ein Notfall! Wer das beherzigt, hat heute reelle Chancen, einen Schlaganfall gut zu überstehen. Denn die Akutversorgung des Schlaganfalls in Deutschland – auch das ist eine gute Nachricht – geschieht heute auf hohem Niveau.

Mehr Informationen: www.schlaganfall-hilfe.de Tel: 05241-977012