Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden nimmt zwar mit einem höheren Lebensalter zu, der Schlaganfall trifft aber nicht nur die "Alten". Etwa jeder vierte Neuerkrankte ist im erwerbsfähigen Alter, schätzungsweise 5 % von ihnen sind sogar jünger als 40 Jahre.

Während Lebensalter und genetische Voraussetzungen nicht beeinflussbare Risikofaktoren darstellen, können viele andere gut beeinflusst werden. Zu diesen Risikofaktoren gehören vor allem der hohe Blutdruck, das Rauchen, die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Um im Notfall richtig handeln zu können, ist es wichtig, die Symptome für einen Schlaganfall schnell identifizieren zu können. Dabei kann der „FAST“-Test helfen – FAST steht dabei für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit). Folgende Aufgaben verbergen sich hinter den einzelnen Begriffen:

  • Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms: Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Treten dabei Schwierigkeiten auf, ist das ein Anzeichen auf einen Schlaganfall.
  • Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder ist die Aussprache verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time: …is brain – Ist einer dieser Tests auffällig, liegt wahrscheinlich ein Schlaganfall vor. Wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome. Bei Zeitverlust droht ein größerer Schaden durch Schlaganfall.

Der Rettungsdienst bringt den Patienten in der Regel in die nächstgelegene Rettungsstelle eines Krankenhauses mit Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit). Hier kann sofort mit der spezifischen Behandlung begonnen werden. Der Schlaganfall kann entweder durch eine Blutung (15%) oder ein Blutgerinnsel mit Gefäßverschluss (85%) verursacht werden.

Bei Gefäßverschlüssen besteht die Möglichkeit, durch medikamentöse (sogenannte Lysetherapie) oder mechanische Verfahren (Thrombektomie) das Blutgerinnsel zu entfernen. Diese Verfahren wirken nur in den ersten Stunden nach Schlaganfall, je früher sie eingesetzt werden umso wirksamer sind sie.

Eine Hirnblutung erfordert häufig intensivmedizinische Maßnahmen. Daher wird in der Klinik zunächst durch ein CT oder MRT untersucht, welche Art von Schlaganfall beim Betroffenen vorliegt. In einigen Fällen treten die Schlaganfallsymptome nur kurzzeitig auf oder bilden sich zunächst wieder zurück.

Auch dabei handelt es sich um einen Notfall, denn diese sogenannte TIA ist ein Vorzeichen von Schlaganfällen, deren Ursachen erkannt und schnell behandelt werden müssen, um nachfolgende schwere Schlaganfälle zu verhindern. 

Auf den Stroke units können typische Schlaganfall-spezifische Komplikationen wirksam verhindert und behandelt werden. Trotz modernen Therapien haben knapp die Hälfte der Schlaganfallpatienten nach der Akutversorgung verbleibende neurologische Defizite, wie Lähmungen der Arme und Beine sowie Sprachstörungen.

Hier hilft die neurologische Rehabilitation, die Beschwerden zu reduzieren. Aber auch nach dieser Therapie verbleiben Behinderungen. Für diese Menschen ist eine Langzeitversorgung über Monate und Jahre notwendig, um die Teilhabe am Leben für die betroffenen Menschen und Angehörigen zu verbessern.

Information

Weitere Informationen rund um das Thema Schlaganfall sowie über die Berliner Schlaganfall-Allianz finden sie jetzt hier auf www.schlaganfallallianz.de/.