Diese enterale Ernährung kommt beispielsweise bei Dysphagie zum Einsatz. Die medizinische enterale Ernährung gilt heute als ein effektiver Bestandteil der Behandlung krankheitsbedingter Mangelernährung und spezifischer Krankheitsbilder. Die enterale Ernährung ist eine Form der medizinischen Ernährung und umfasst sowohl Trinknahrung als auch Sondennahrung. Beide Formen der enteralen Ernährung können als alleinige Nährstoffquelle dienen, jedoch auch zur Ergänzung der normalen Ernährung eingesetzt werden.

Chronische Schluckstörungen

Wir schlucken am Tag über 1.000 Mal und tun dies in aller Regel völlig unbewusst. Das ist insofern nicht verwunderlich, weil der Mensch um die 1.000 Mal pro Tag Essensbissen, Flüssigkeit oder einfach nur Speichel aus dem Mund in die Speiseröhre befördert. Doch Schlucken ist ein komplexer Mechanismus, bei dem zahlreiche Muskeln und Nerven zusammenarbeiten müssen. Insofern überrascht es wiederum nicht, dass beim Schluckprozess auch Beschwerden auftreten können. Vor allem bei älteren Menschen ist das häufig der Fall. Rund die Hälfte der Altenheimbewohner leidet unter Schluckstörungen, schätzen Experten.

Chronische Schluckbeschwerden – Mediziner sprechen dabei von einer Dysphagie – sind keinesfalls harmlos: Denn Betroffene verlieren die Lust am Essen und Trinken, nehmen infolgedessen häufig zu wenig zu sich. Das kann einen Gewichtsverlust zur Folge haben, der gerade bei Älteren den Körper anfälliger für Krankheiten macht. Schluckstörungen müssen immer von einem Arzt abgeklärt werden, denn es kann auch eine behandlungsbedürftige Krankheit dahinterstecken. Steckt eine Erkrankung hinter den Schluckstörungen, muss diese behandelt werden. Dann können die Beschwerden auch wieder verschwinden.

Schlucktraining und Ernährung

In vielen Fällen hilft auch eine Schlucktherapie. Hier lernen Patienten, das Zusammenspiel der einzelnen Muskeln beim Schluckvorgang zu verbessern. Zur Behandlung von Schluckstörungen gehört aber auch die Anpassung der Ernährung. Bei Schluckstörungen ist die Nahrungsaufnahme in hohem Maße beeinträchtigt. Betroffene können häufig ihren Energie- und Nährstoffbedarf nicht decken und leiden, wenn unbehandelt, langfristig unter Mangelernährung oder Austrocknung.

Trink- und Sondennahrung

Enterale Nahrungen können getrunken oder, wenn der Patient gar nicht mehr schlucken kann, über eine Sonde verabreicht werden.

Bei dieser Form der Therapie wird ein dünner Schlauch (eine Sonde) entweder durch die Nase in den Magen geleitet (Nasensonde) oder durch die Bauchdecke direkt in den Magen oder in den Dünndarm gelegt. Eine enterale Ernährungstherapie ist bei Schluckstörungen sehr sinnvoll. Voll bilanzierte enterale Nahrungen enthalten alle Nährstoffe, die ein Mensch benötigt, also Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette und Ballaststoffe, aber auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Alle Sonden- und Trinknahrungen bei Patienten mit fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur ausreichenden normalen Ernährung sind gemäß Arzneimittelrichtlinie (AMR 2009 Kapitel 1 §§ 18–26) verordnungsfähig. Das bedeutet, dass die Kosten für die medizinische Ernährung mit  Sonden- und Trinknahrungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn

  • eine Modifizierung der normalen Ernährung oder
  • sonstige ärztliche, pflegerische oder ernährungstherapeutische Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation nicht ausreichen.