Das Behandlungsmanagement der Patienten und die Therapien für Krebsarten wie Prostatakrebs werden so optimiert.

Klar ist: Big Data und die Personalisierung werden die Medizin in den nächsten Jahren revolutionieren. Großes Potenzial hat ein personalisiertes Krebsmanagement durch moderne Diagnostik-Software unter Einschluss der DNA-Sequenzierung von Tumorgewebe. Eine schonende Therapieform steht beim Prostatakarzinom mit der Brachytherapie zur Verfügung.

Moderne Medizintechnologien werden in Zukunft neue Maßstäbe setzen.

Personalisiertes Krebsmanagement durch moderne Diagnostik-Software

Eine neue Technologie vom BVMed-Mitglied Molecular Health ermöglicht es, die molekularen und klinischen Patienteninformationen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Wirkmechanismen von Medikamenten abzugleichen und Krebskranken so potenzielle Behandlungsansätze transparenter und individueller zu veranschaulichen. Anhand einer Gewebeprobe wird ein klinischer Befund erstellt, in dem auf Basis einer genetischen Tumoranalyse und -interpretation zuverlässige und personalisierte Behandlungsoptionen aufgezeigt werden.

Auch bei weit fortgeschrittener Erkrankung können so die Therapieentscheidungen über die Grenzen der Standardtherapie hinaus optimiert werden. Weiterhin bietet das Programm Zugang zu einem weltweiten Informationsnetzwerk über klinische Studien, den Zulassungs- und Entwicklungsstatus von Prüfpräparaten sowie relevante Risikofaktoren von sich bereits auf dem Markt befindlichen Medikamenten.

Brachytherapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom

Mit 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Die Brachytherapie mit Seeds ist eine schonende Alternative in der Prostatakrebsbehandlung. Bei dem minimalinvasiven Eingriff werden 4,5 Millimeter lange und 0,8 Millimeter breite Mini-Titankapseln in die Prostata eingebracht, die eine schwach radioaktive Substanz enthalten, um den Tumor direkt zu bestrahlen.

Entsprechend der S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) gehört die LDR-Brachytherapie neben der Operation, der externen Strahlentherapie und der aktiven Überwachung zu den primären Therapieoptionen zur Behandlung des lokalen Prostatakarzinoms mit einem niedrigen Risikoprofil. Hinsichtlich des Nebenwirkungsprofils unterscheidet sie sich positiv von den anderen Behandlungsmethoden.

Auch die S3-Leitlinie bestätigt diese Auffassung in aller Deutlichkeit, indem Vorteile hinsichtlich Inkontinenz und Impotenz gegenüber der Operation auf der einen Seite sowie Vorteile im Hinblick auf die Enddarmfunktionen gegenüber der externen Bestrahlung auf der anderen Seite postuliert werden.

Fazit

Moderne Medizintechnologien werden in Zukunft neue Maßstäbe setzen. Wir müssen dabei die Frage beantworten, wie wir künftig mit begrenzten finanziellen Mitteln sicherstellen wollen, dass die Patienten möglichst schnell vom rasanten medizinischen Fortschritt profitieren können.