Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Die Forscher und Entwickler in der Medizintechnikbranche arbeiten täglich daran, dass die Menschen nicht nur länger leben, sondern auch gesünder älter werden.

Der medizintechnische Fortschritt hilft, die Herausforderungen durch den demografischen Wandel zu meistern: Im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthrose, Diabetes oder Adipositas spielen medizintechnologische Verfahren eine entscheidende Rolle.

Die Bürger vertrauen der modernen Medizintechnik. Drei Viertel der Deutschen glauben nach einer Forsa-Umfrage, dass die Medizintechnik eine entscheidende Rolle hat, ein längeres Leben zu ermöglichen. In keinem anderen Lebensbereich wird der Einzug von Technik stärker begrüßt als in der Medizin: Mehr als 90 Prozent der Deutschen schätzen die Entwicklungen bei Vorsorge, Diagnose und Behandlung als positiv ein.

Jeden Tag profitieren Millionen Menschen von innovativen Medizintechnologien. Medizinprodukte wie Katheterverfahren oder Schrittmachertechnologien retten Leben. Medizinprodukte wie Gelenkimplantate sorgen wieder für schmerzfreie Mobilität. Medizintechnische Hilfsmittel helfen Menschen, weiterhin selbstbestimmt zu leben. Die technischen Fortschritte in der Medizin waren in den letzten Jahrzehnten gewaltig. Und trotzdem:

Wir stehen erst am Beginn einer medizintechnischen Revolution.

Die Miniaturisierung von Produkten wird durch Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie und optische Technologien vorangebracht. Daneben etabliert sich die Molekularisierung – repräsentiert durch Biotechnologie, Zell- und Gewebetechnik. Den größten Einfluss auf den medizintechnischen Fortschritt hat aber ohne Zweifel die Digitalisierung. Mit neuer, digitaler Medizin ist die Hoffnung verbunden, Krankheiten früher zu erkennen, besser behandeln zu können und die Lebensqualität zu verbessern. Außerdem kann die Digitalisierung Prozesse in der Patientenversorgung optimieren und helfen, Kosten im System zu sparen. Der nächste große Schritt in der Revolution der Gesundheitsversorgung wird, wie in vielen anderen Bereichen, die künstliche Intelligenz (KI) sein.

Die aktuellen Entwicklungen wie die Bürokratisierung durch die neue EU-Medizinprodukteverordnung oder die langen Verfahren der Nutzenbewertung erschweren Patienten aber den zeitnahen Zugang zu modernen Verfahren, Produkten und Untersuchungsmethoden zunehmend.

Wir brauchen einen ressortübergreifenden Strategieprozess Medizintechnik

Der rasante technische Wandel ist Treiber des medizintechnischen Fortschritts. Dieser dynamischen Entwicklung können wir aber nicht mit den herkömmlichen Bewertungs- und Erstattungsstrukturen der Selbstverwaltung in Deutschland begegnen. Wir brauchen neue und mutige Wege. Wir brauchen Fast-Track-Verfahren für digitale Medizin und Verfahren für kleine Patientengruppen und seltene Erkrankungen. Wir brauchen eine eigene Bewertungsmethodik für innovative Medizintechnologien. Wir müssen die lähmenden Prozesse der Selbstverwaltung beispielsweise bei der MedTech-Nutzenbewertung aufbrechen.

Wir benötigen den Neustart eines strukturierten und ressortübergreifenden Strategieprozesses Medizintechnik. Wir benötigen verlässliche politische Vorgaben für die Akteure im Gesundheitsmarkt – für die MedTech-Unternehmen wie für die Start-ups. Gemeinsam mit Ärzten, Pflegekräften, Kliniken und Krankenkassen wollen wir Gesundheit gestalten – damit die Menschen gesünder älter werden.