Zudem sind auch jüngere Menschen von lebensverkürzenden Erkrankungen betroffen. Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV), empfiehlt die rechtzeitige Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, mit den Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativarbeit sowie der Versorgungsplanung durch Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

66 Prozent der Menschen in unserem Land, so das Ergebnis einer Umfrage des DHPV, wollen zu Hause sterben. Über 1.500 ambulante Hospizdienste tragen deutschlandweit dafür Sorge, dass in Zusammenarbeit mit Palliativmedizinern, entsprechend erfahrenen Pflegediensten, den Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) sowie weiteren therapeutischen Angeboten eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung und Begleitung zu Hause erfolgen kann.

Die Hilfe und Unterstützung durch die Hospiz- und Palliativdienste endet nicht mit dem Tod, sie wird auf Wunsch der Angehörigen in der Zeit der Trauer weitergeführt.

Im Mittelpunkt der Hospizarbeit stehen der schwerstkranke und sterbende Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen sowie seine Angehörigen und Nahestehenden. Wesentlicher Bestandteil der Hospizarbeit ist die psychosoziale Begleitung der Betroffenen durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese begegnen der verbreiteten Angst vor Schmerzen, vor einer Apparatemedizin sowie der Angst vor dem Alleinsein und davor, anderen zur Last zu fallen, indem sie auf die Ängste der Menschen in der letzten Lebensphase eingehen, Zeit haben, da sind.

Die Hilfe und Unterstützung durch die Hospiz- und Palliativdienste endet nicht mit dem Tod, sie wird auf Wunsch der Angehörigen in der Zeit der Trauer weitergeführt, etwa durch Trauerbegleitung oder das Angebot einer Trauergruppe. Die ambulanten Hospizdienste führen häufig auch Beratung und Informationsveranstaltungen zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht durch und helfen dabei, diese zu verfassen.

Erst wenn eine Versorgung und Begleitung zu Hause nicht mehr möglich ist, erfolgt – wenn vom Patienten beziehungsweise der Patientin gewünscht – die Aufnahme in ein stationäres Hospiz. Stationäre Hospize bieten regelmäßig Tage der offenen Tür an, bei denen man sich über die Einrichtung informieren kann, auch wenn kein akuter Bedarf besteht. Auch ambulante Hospizdienste informieren regelmäßig über ihre Arbeit.

Seit über 30 Jahren trägt die Hospizarbeit dazu bei, dass schwerstkranke und sterbende Menschen gut begleitet und versorgt werden und sich in unserer Gesellschaft ein Wandel im Umgang mit existenziellen Themen wie Krankheit, Sterben, Tod und Trauer vollzieht. Mit der Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetzes im Jahr 2015 sind auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Hospiz- und Palliativarbeit weiter verbessert worden.

Zu allen Hospizangeboten, ob in der Häuslichkeit, im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen, informieren die Hospizdienste in der Nähe oder der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband unter dhpv.de.