Denn um beweglich und fit zu sein, muss der ältere Mensch aktiv bleiben. Wer sich sportlich betätigt, schützt sich vor dem natürlichen Muskelabbau und trainiert damit auch sein Balancegefühl. Dadurch ist er weniger sturzgefährdet. Wenn aber eine Verschleißerkrankung des Knie- oder Hüftgelenkes vorliegt, sind Belastung und Betätigung nur noch eingeschränkt möglich. Typische Zeichen einer solchen Verschleißerkrankung sind Schmerzen, wie zum Beispiel Anlaufschmerz, Schmerz bei längerer Betätigung oder Ruheschmerz sowie eine Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenkes und Hinken.

Wenn Hüft- oder Kniegelenk erst einmal so stark verschlissen sind, dass diese Symptome auftreten und konservative Therapien nicht mehr weiterhelfen, dann bleibt in vielen Fällen nur noch der künstliche Gelenkersatz. Ein „neues“ Knie- oder Hüftgelenk kann diese Symptome mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit komplett beheben und der Patient kann wieder aktiv am Leben teilnehmen.

Bei Patienten zwischen 60 und 80 Jahren wird selten eine Operation in Zweifel gezogen. Wenn die Patienten aber älter sind, hört man häufig kritische Stimmen, ob diese Operation in dem hohen Alter überhaupt noch sinnvoll sei. Diese Frage muss eindeutig bejaht werden. Denn gerade im fortgeschrittenen Alter ist es für den Patienten wichtig, mobil zu sein. Außerdem muss etwas gegen die anhaltenden Schmerzen, die mit der Verschleißerkrankung einhergehen, unternommen werden.

Es ist also nicht das Alter, sondern der generelle Gesundheitszustand ausschlaggebend, ob ein künstliches Gelenk sinnvoll ist oder nicht. Dank moderner Implantate, muskelschonender Operationstechniken und moderner Narkoseverfahren ist eine solche Operation für den gesunden alten Patienten kein Problem. Im Gegenteil, schließlich kann er, in Verbindung mit einer geeigneten Rehabilitation, wieder aktiv und schmerzfrei am Leben teilnehmen.

Den richtigen Zeitpunkt der OP bestimmen zwei Faktoren: der persönliche Leidensdruck sowie der im Röntgen und bei der Untersuchung nachweisbar schwere Verschleiß. Für den Arzt ist entscheidend, dass sich der Patient den operativen Eingriff zur Linderung seiner Beschwerden ausdrücklich wünscht. Nicht sinnvoll ist es, dem Patienten die Operation nahezulegen, obwohl er seinen Alltag noch gut und ohne andauernde Schmerzen bewältigen kann.

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