Was Eugen Roth hier auf so amüsante Weise schildert, erleben nicht nur ältere Menschen schmerzlich im Alltag: Man begegnet einem alten Bekannten, einer ehemaligen Kollegin und – es ist wie verhext – der Name fällt einem nicht ein. Vergisst man nicht nur Namen, sondern auch Termine, Telefonnummern und das, was die Nachbarin oder die Enkel tags zuvor erzählt haben, dann ist es Zeit, etwas zu unternehmen. Und da es die „Pille“ gegen das Vergessen nicht gibt, kann dies nur bedeuten: Geistige Aktivitäten entwickeln!

Das altbekannte Sprichwort „Was rastet, das rostet“ gilt auch für unser Gehirn: Funktionen und Fähigkeiten, die nicht gebraucht werden, verkümmern. Es kommt zu einer Inaktivitätsatrophie, zu einer Schrumpfung durch Nicht-Benutzen. Ein nicht genügend oder nur einseitig beanspruchtes Gehirn „verkümmert“!

Ein regelmäßiges Training kann dies verhindern und ist ein nachweisbar wirksames Mittel gegen das Nachlassen des Gedächtnisses und anderer geistiger Funktionen. Intensives Nachdenken, sich mit einer Sache beschäftigen, all das verbessert messbar die Gehirndurchblutung und mobilisiert den Gehirnstoffwechsel. Diese Zusammenhänge waren übrigens schon Cicero bekannt, der vor 2.000 Jahren schrieb: „Das Gedächtnis nimmt ab, wenn man es nicht übt.“

Was Sie mitbringen sollten, ist Ausdauer und Beharrlichkeit, denn regelmäßiges Üben ist die Voraussetzung für den Erfolg. Aber keine Angst, Sie werden sehen, es macht Freude. Kennen Sie andere Menschen, die auch ihr schlechtes Gedächtnis beklagen? Schlagen Sie ihnen vor, die kleinen grauen Zellen gemeinsam auf Trab zu bringen, zum Beispiel in Volkshochschulen oder Begegnungsstätten. Ein Gruppentraining ist effektiver und macht mehr Spaß, aber allein können Sie auch etwas tun. Hier einige „banale“ Übungen, die Sie ohne Aufwand in Ihren Alltag integrieren können.

Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und suchen Sie zum Beispiel 20 Wörter, die mit A beginnen und auf a enden wie Adria, Afrika, Alaska, Algebra, Angina, Ankara, Antibiotika, Aroma ... oder aus zwei Begriffen zusammengesetzte Wörter, deren erster Wortteil mit S und deren zweiter Wortteil mit p beginnt: Sahnepudding, Schuhputzer ... oder Wörter, die auf o enden wie Kilo, Allegro … und so weiter.

Trainieren Sie Ihre bildhafte Vorstellung, indem Sie Dinge, die Sie einkaufen wollen, geschichtenartig miteinander verbinden – nach dem Motto, je verrückter, desto einprägsamer: Milch, UHU, Tomaten, Toilettenpapier. Stellen Sie sich vor, wie Sie den Kleber in die Milchflasche einfließen lassen, diese Masse färbt sich durch den Tomatensaft leuchtend rot – und dann das Malheur: Diese Kreation fällt auf den Boden. Wie gut, dass Sie Toilettenpapier besorgt haben!