Killifische altern sehr schnell und leben nur bis zu sechs Monate. Es wird angenommen, dass diese kurze Lebensdauer eine evolutionäre Anpassung an ihre Umweltbedingungen ist. Die Fische leben in Tümpeln im südlichen Afrika, welche nur während der kurzen Regenzeit Wasser enthalten. Nur ein schnelles Wachstum ermöglicht es den Fischen, sich während dieser begrenzten Zeit fortzupflanzen. Nach ein paar Wochen, in denen die Fische sich vermehren, zeigen sich bereits Alterserscheinungen, wie verringerte körperliche Aktivität, verminderte Fruchtbarkeit und ein erhöhtes Risiko für Krebs.

Warum altern Lebewesen? Wie können wir unsere Lebensdauer beeinflussen?

Übergreifendes Ziel unserer Forschung ist es, die wesentlichen Prozesse des Alterns aufzudecken. Dabei streben wir an zu verstehen, was Langlebigkeit einerseits und altersassoziierte Erkrankungen andererseits bedingt. Hier möchten wir grundlegende Erkenntnisse über die molekularen, physiologischen und evolutionären Mechanismen gewinnen. Zugleich untersuchen wir, wie der Alterungsprozess positiv beeinflusst werden kann. Denn langfristig soll die Grundlagenforschung dazu entscheidend beitragen, dass Menschen gesünder altern können.

Das Alter ist einer der großen Risikofaktoren für so genannte neurodegenerative Erkrankungen.

Wir leben immer länger – je mehr wir über gesunde Lebensstile wissen und über medizinische Möglichkeiten, Krankheiten zu verhindern und zu behandeln. Das ist ein Siegeszug der Zivilisation und ein Grund zum Feiern. Leider heißt das aber nicht, dass wir weniger an den Einschränkungen und Gesundheitsproblemen leiden, die in der Regel später im Leben auftauchen. Das Alter ist einer der großen Risikofaktoren für so genannte neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz, Parkinson, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, um nur einige der häufigsten altersassoziierten Erkrankungen zu nennen.

Warum werden wir mit voran geschrittenem Alter anfälliger für Krankheiten?

Wir haben noch keine Antwort darauf. Deshalb setzen wir alles daran, die zugrunde liegenden Mechanismen aufzudecken. Wir wissen schon jetzt, dass wir Tiere vor Alterskrankheiten schützen können, wenn wir ihren Alterungsprozess verbessern. Der nächste Schritt ist, den Vorgang des Alterns an sich zu verstehen.

Danach geht es darum herauszufinden, wie genau eine Verlangsamung dieses Prozesses das Risiko herabsetzen kann, an einem der typischen Altersleiden zu erkranken. Im Besonderen geht es dabei um so genannte neurodegenerative Erkrankungen, die durch einen fortschreitenden Verlust von Nervenzellen (Neuronen) gekennzeichnet sind, wie etwa bei der Alzheimer-Krankheit, der häufigsten Form von Demenz.

Den Weg ebnen für gesünderes Älterwerden

Wir streben an, die dem Alter zugrunde liegenden evolutionären Mechanismen aufzudecken, indem wir Modellorganismen wie Fische, Mäuse, Fliegen und Würmer studieren. Da es unser langfristiges Ziel ist, den Weg zu einem gesünderen menschlichen Altern zu ebnen, suchen wir nach Möglichkeiten, so in den Alterungsprozess einzugreifen, dass wir diesen entsprechend verbessern können.

In dieser Hinsicht ist eine bahnbrechende Entdeckung der letzten Jahre, dass Mutationen in einzelnen Genen der einfachen einzelligen Hefe, wie auch in Genen mehrzelliger Lebewesen (Würmer, Fliegen und Mäuse) die Lebensdauer verlängern und ein breites Spektrum gesundheitlicher Verbesserung während des Alterns erzielen können. Die hieran beteiligten Mechanismen scheinen sich in diesen ganz unterschiedlichen Lebewesen zu ähneln. Zudem hat sich herausgestellt, dass beim Menschen die gleichen Gene bei einer längeren Lebenszeit eine Rolle spielen.