Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sie sich nicht mehr alleine zu Hause versorgen können. Ein Schlaganfall, ein Sturz oder beginnende Demenz. Was können Sie heute schon tun, um sich gut darauf vorzubereiten?

Die Wünsche der Eltern kennen

Wie stellen sich Ihre Eltern den letzten Lebensabschnitt vor? Wollen diese so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben oder in ein betreutes Wohnen ziehen? Gibt es eine Patientenverfügung? Erwarten Ihre Eltern, dass Sie sich um sie kümmern?

Je eher Sie sich mit diesem Thema auseinandersetzen, umso stressfreier kann es später ablaufen.

In meinen Beratungen erlebe ich oft, wie erleichternd es ist, wenn man sich dazu schon grundsätzlich Gedanken gemacht hat.

Eigene Einstellung überprüfen

Der erste Schritt dazu fängt bei Ihnen an. Beantworten Sie sich ganz ehrlich folgende Fragen:

Wie ist das Verhältnis zu Ihren Eltern?

  • Kommen Sie gut miteinander aus oder ist es eher schwierig?
  • Fühlen Sie sich Ihren Eltern gegenüber zu Dank verpflichtet?
  • Wohnen Sie in der Nähe oder weiter weg?

Warum wollen Sie sich um Ihre Eltern kümmern?

  • Haben Sie den Wunsch, Ihren Eltern etwas zurückzugeben?
  • Fühlen sich dazu verpflichtet, weil Ihre Eltern das einfordern? „Du bist doch unser einziges Kind!“
  • Haben Sie es Ihren Eltern versprochen? „Wenn du nicht mehr kannst, kommst du zu uns.“

Was können Sie leisten?

  • Welche Aufgaben können Sie übernehmen – Besuche, Einkaufen, Arzttermine, Verhandlung mit Pflegedienst und Krankenkasse?
  • Wieviel Zeit bleibt Ihnen für Ihre eigene Familie?
  • Wie lässt sich das Ganze mit Ihrem Beruf vereinbaren?

Haben Sie Geschwister?

Leider gibt es unter Geschwistern oft sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie die Versorgung der Eltern aussehen soll. Auch da hilft es, sich gemeinsam darüber klarzuwerden, was man für die Eltern leisten kann und möchte.

Denn eigentlich möchte jeder nur das Beste für die Eltern – auch wenn das für jeden etwas ganz anderes bedeutet. Der wichtigste Tipp – reden Sie miteinander und klären Sie, was noch offen ist. Und akzeptieren Sie, dass nicht alle einer Meinung sein können.

Je klarer Sie sich darüber sind, wie und warum Sie sich um Ihre Eltern kümmern wollen, umso leichter wird es Ihnen fallen, auch schwierige Zeiten zu meistern.

Im nächsten Beitrag lesen Sie: Job und Pflege – wie bekommt man beides unter einen Hut?


Petra Schlitt ist Angehörigencoach und Demenzexpertin. Mit ihrer Beratung und ihrem Blog www.petraschlitt.de unterstützt sie alle, die sich um ihre alten Eltern kümmern.