Bereits 1991 hat der Deutsche Bundestag eine Kommission eingesetzt, die in drei Legislaturperioden viel Material zusammengetragen hat. Aber erst jetzt, nachdem unsere Bundeskanzlerin das Thema zur Chefsache erklärt hat, ist es in aller Munde. Häufig werden die höhere Lebenserwartung und die damit verbundenen Probleme in den Mittelpunkt gestellt und es wird nicht gesehen, dass eine seit Jahren sinkende Geburtenrate für die Veränderung der Bevölkerungspyramide mit verantwortlich ist.

Erst die Parallelität dieser beiden Fakten bewirkt das zunehmende Ungleichgewicht von jungen und alten Menschen. Wir haben nicht eine „Überalterung“ unserer Gesellschaft, sondern eine „Unterjüngung“ und viele Probleme wie die Sicherung der Altersrente sind erheblich auf diese zurückzuführen.

„Es ist doch eine erfreuliche Entwicklung, dass wir länger leben!“

Es ist doch eine erfreuliche Entwicklung, dass wir länger leben – häufig sogar gesünder und fitter als jede Generation zuvor! Als Alternswissenschaftlerin plädiere ich dafür, diese Entwicklung positiv zu sehen und neben den Herausforderungen, die sie zweifelsohne mit sich bringt, auch die Chancen zu erkennen. Ältere Menschen verfügen über ein umfangreiches Erfahrungswissen und sind auch bereit, dieses in unsere Gesellschaft einzubringen. Viele Organisationen wären ohne deren großes Engagement nicht in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen!

Gesundheitsvorsorge

Die sogenannten Alterskrankheiten sind „alternde Krankheiten“, die ihre Wurzeln schon im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter haben und durch einen gesunden Lebensstil – eine weitgehend naturbelassene und vollwertige Ernährung, ausreichendes Trinken, körperliche und geistige Aktivitäten sowie sinnstiftendes Engagement – positiv zu beeinflussen sind. Hier ist zunächst jeder Einzelne gefordert, in Eigenverantwortung alles zu tun, um möglichst gesund zu altern.

Aber auch die Unternehmen, die zukünftig verstärkt auf Ältere angewiesen sein werden, sind gut beraten, ihnen gesundheitsfördernde und krankheitsvermeidende Angebote zu unterbreiten. Das beginnt beim Kantinenessen und reicht bis zum Betriebssport.

Die BAGSO, deren Vorsitzende ich seit drei Jahren bin, möchte in ihrem vom Ernährungsministerium geförderten Programm „Im Alter in Form“ gesunde Lebensweisen vermitteln, dazu gehört auch die Mund- und Zahngesundheit. „Gut gekaut ist halb verdaut!“, in diesem Sprichwort steckt sehr viel Wissen, das leider oft nicht beachtet wird. Um richtig kauen zu können, benötigen wir starke und gesunde Zähne beziehungsweise einen gut funktionierenden Zahnersatz.

Doch Prävention reicht noch viel weiter, zum Beispiel im Hinblick auf die Wohnsituation im Alter. Die meisten Menschen möchten in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Um diesen Wunsch jedoch zu realisieren, ist die barrierefreie oder zumindest barrierearme Gestaltung der Wohnung eine unbedingte Voraussetzung.

In vielen Kommunen existieren Beratungsstellen, die Tipps geben, wie mit kleinen Veränderungen eine große Wirkung erreicht werden kann, zum Beispiel durch das Entfernen von Stolperfallen. Sie unterstützen aber auch bei Umbauten, unter anderem in Bezug auf Finanzierungshilfen, zum Beispiel durch die Pflegekassen. Es gibt heute viele Hilfsmittel, die das Wohnen und damit das Leben erleichtern, auch wenn wir nicht mehr ganz so fit sind.

Mit den besten Wünschen für ein zufriedenes und gesundes Älterwerden und erfülltes Leben im Alter!