Deutschland verändert sich durch den demografischen Wandel – für Wirtschaft und Gesellschaft eröffnet das enorme Chancen. Denn dass wir bis ins hohe Alter aktiv sind und wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen länger an nachfolgende Generationen weitergeben können, ist beispielsweise für die eigenen Familien, das Gemeinwesen und viele ehrenamtliche Organisationen in Deutschland nicht nur erfreulich, sondern auch bereichernd.

Wissenschaft und Politik, aber auch Kultur und Stiftungswesen werden durch die Denkanstöße, das Wissen, die Erfahrungen und Kontakte älterer Menschen mitgestaltet. Und auch für Unternehmen werden das Know-how Älterer und die Erfahrungen aus einer langen Erwerbstätigkeit in Zeiten von Fachkräftemangel und komplexen Herausforderungen immer wichtiger. Sie werden zunehmend mit speziellen attraktiven Angeboten hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsplatzgestaltung oder auch Fortbildungen umworben, um sie in Unternehmen zu gewinnen oder zu halten.

Selbstbestimmt leben

Gleichzeitig wollen ältere Menschen auch die dritte und vierte Lebensphase individuell und selbstbestimmt gestalten und fragen dafür vermehrt Produkte und Dienstleistungen nach, die sie dabei unterstützen.

Die bodengleiche Dusche, leichter zu öffnende Verpackungen, verständliche Produktbeschreibungen, Technikunterstützung in der Wohnung, nutzerfreundliche Medien oder eine individuelle Beratung zu Umbau, Versicherungen oder Maßnahmen zur Gesunderhaltung – all das sind Angebote, die Service und Komfort bieten und vor allem auch dann den Alltag erleichtern, wenn altersbedingte Einschränkungen auftreten.

Das Potenzial sehen

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzt auf die  Chancen, die mit einer älter werdenden Gesellschaft einhergehen.

So werden unter anderem mit der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ das Potenzial Älterer für Gesellschaft und Wirtschaft aufgezeigt und in Kooperation mit starken Partnern aus Handel und Handwerk Ideen und Innovationen angestoßen, die Verbraucherinnen und Verbrauchern nützen, aber auch wirtschaftliche Vorteile für alle bieten.

Lange zu Hause leben

Es gehört zu den größten Wünschen älterer Menschen, möglichst lange und sicher in den eigenen vier Wänden zu leben. Sie fragen Produkte und Angebote nach, die Service, Komfort, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit bieten. Besonders häufig geht es um Produkte rund ums Wohnen, seien es zum Beispiel die automatische Jalousie- und Lichtsteuerung oder zentral regulierbare Heizungs- und Lüftungseinstellungen, die zugleich Energie sparen, Maßnahmen zur Wohnungsanpassung oder auch Herd und Bügeleisen, die sich bei Verlassen des Hauses automatisch abschalten .

Alterskonsum

Für Produkte und Dienstleistungen von hoher Qualität besteht auch eine höhere Zahlungsbereitschaft. Die derzeit 33 Millionen Konsumenten jenseits des 50. Lebensjahres, die einen Anteil von 40 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen, stellen bereits heute eine echte Marktmacht dar. Allein die Altersgruppe der über 60-Jährigen verfügt über eine Kaufkraft von über 320 Milliarden Euro. Diese Kaufkraft wird demografiebedingt bis 2030 auf 413 Milliarden Euro anwachsen.

Best Ager im Unternehmen

Immer mehr Unternehmen und Betriebe – unter anderem unterstützt durch die 2008 gestartete Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ – haben sich hinsichtlich ihrer Produkte und Dienstleistungen auf Seniorenfreundlichkeit eingestellt und tragen dazu bei, dass ältere Menschen selbständig und gut leben können.
Bedürfnisse beachten

Mit dieser Initiative wird der Dialog zwischen nachfragenden Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen gefördert, mit dem Ziel mehr Produkte und Dienstleistungen auf den Weg zu bringen, die den Bedürfnissen und Wünschen älterer Menschen gerecht werden. Das Zusammenwirken von Wirtschaft und älteren Verbraucherinnen und Verbrauchern für mehr generationenfreundliche Angebote kommt besonders im Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ zum Ausdruck, mit dem bislang über 5.000 Einzelhandelsunternehmen zertifiziert wurden.