So wird das Minus bei Gesundheit, Vitalität, Spaß, Sportlichkeit und Erotik oft durch ein Plus bei Falten, Haarausfall, Arthrose, Vergesslichkeit und etliches Nervige mehr verschlimmert.

Und als würde das nicht genug frustrieren, sagen einem irgendwann ab 50 die Ärzte Sätze wie diesen: „Sie sind nicht mehr 23, Herr Prang, Ihr Körper übrigens auch nicht!“

Kein Wunder also, dass viele Menschen fürchten, mit den Jahren weniger leisten zu können und deshalb überflüssig zu werden.

Aber muss das so sein?

Fünf Tipps, um trotz kleineren gesundheitlichen Einschränkungen sein Leben genießen zu können.

 

1. Gut informiert bleiben.

Wer sind die besten Ärzte? Welche neuen Therapien gibt es? Wo bekomme ich unabhängige Beratung? Seriöse Informationen sind der Schlüssel zur optimalen medizinischen Versorgung.

Man muss allerdings selbst aktiv werden und regelmäßig Zeitungen lesen, im Internet unterwegs sein, mit jungen und alten Menschen in Selbsthilfegruppen sprechen und so weiter.

Gut informiert zu bleiben, bedeutet sich zu engagieren und Mitzureden – und das zahlt sich mit Sicherheit aus.       

2. Mit Ärzten selbstbewusst zusammenarbeiten.

Ärzte können um so besser helfen, je verbindlicher man als Kunde oder Patient mitarbeitet. Das bedeutet auch, zu tun, was man mit dem Arzt vereinbart hat – und nicht zum Beispiel die neuen Medikamente ungeöffnet wegzuwerfen oder das Rezept für Krankengymnastik verfallen zu lassen.

Mit Ärzten selbstbewusst zusammenzuarbeiten heißt zudem, freundlich aber kritisch zu sein, zuzuhören aber nachzufragen, wenn etwas unklar ist und: sich nicht abwimmeln zu lassen, wenn eine Behandlung mal nicht erfolgreich ist.

Zur Not nimmt man eine Person des Vertrauens zur Unterstützung mit in die Sprechstunde.

3. Den Lebensstil anpassen.

Es lohnt sich immer, etwas für die Gesundheit und das Wohlbefinden zu tun. Ausreden sind hier nur eines: Ausreden. Gesünder essen, nicht mehr rauchen, endlich wieder Sport machen und alte Freundschaften aufzufrischen sind definitiv keine Frage des Alters.

Mitunter braucht es auch nur kleine Drehs an der Lebensstilschraube, um sich besser zu fühlen.

Wer Hilfe braucht, etwa zum Abnehmen oder Nichtraucherwerden, spricht als erstes mit dem Hausarzt oder klopft bei der Krankenversicherung an die Tür.  

4. Schöpferisch sein.

Ein Buch schreiben, Mathematik studieren, das Fotografieren erlernen, ein Instrument spielen – die Möglichkeiten schöpferisch zu sein, sind fast unendlich.

Das Alter setzt keine Grenzen, und selbst gravierende gesundheitliche Handikaps lassen sich mit den entsprechenden Hilfsmitteln oft überwinden. Jede schöpferische Tat macht Mut, stärkt das Selbstvertrauen und macht Hunger auf mehr.

Nicht fragen, einfach mal etwas ausprobieren. Tun zu können, was man will, ist ein Privileg des Alters.

5. Ein Netzwerk pflegen.

Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Je älter man wird, desto öfter erhält man Nachrichten, dass ein Freund oder ein Familienmitglied verstorben oder schwer erkrankt ist.

Da kann man schon mal den Gedanken haben, irgendwann allein auf der Welt zu sein. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig ein Netzwerk aus neuen und alten Bekannten aufzubauen.

Dabei darf man den Wert der eigenen Person ruhig hoch einschätzen: Auch 70-, 80- und 90-Jährige können für junge Menschen interessante Gesprächspartner sein. Etwa in einem Verein, einer Selbsthilfegruppe oder aktuell: in der Flüchtlingshilfe.  

 

Not Too Old to Rock 'n' Roll

Die 77 größten Irrtümer über das Älterwerden

 

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An Vorbildern für ein tatkräftiges Alter fehlt es nicht, aber dennoch halten sich hartnäckig alte Vorurteile…"

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