Womit wir das Kernthema schon eingekreist hätten: Wir Menschen altern unterschiedlich schnell. Und je älter wir werden, desto bunter das Resultat. Auch die Alternsforschung belegt: Unser Ausweisalter ist nicht maßgebend. Kalendarisches und gefühltes bzw. biofunktionales Alter können im Extrem- und Einzelfall bis zu 23 Jahren messbar differieren – und das positiv wie negativ. Mit 50 schon wie ein typisch 73-Jähriger sein oder vital und leistungsfähig wie mit 27? Was für ein Spektrum an Risiken und Ressourcen! Und was für ein Potenzial an Chancen, Einflussmöglichkeiten, Lösungen!

Wie tröstlich zu wissen: Jahreszeiten können wir nicht beeinflussen, wohl aber unseren Herbst des Lebens! Denn dass wir Menschen altern und sterben, liegt nicht in unserer Hand, doch wie wir altern – unbedingt! Medizin und Gesundheitswissenschaften wissen heute viel darüber. Sogar sehr viel mehr, als Sie gemeinhin erwarten und uns Experten auch abverlangen dürfen, geschweige denn tatsächlich schon praktisch für sich nutzen.

Die Chancen, gesund und vital zu altern, stehen heute besser denn je. Nehmen wir als Beispiel die Blutgefäße. Die sogenannte Gefäßverkalkung tritt durchaus schon bei 40-Jährigen auf. Sie führt zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dieser Alterungsprozess kann mit einer pro-aktiven, unserer Biologie angemessenen, natürlichen Lebensweise aufgehalten oder sogar rückgängig gemacht werden. Das gilt besonders für die „Alarmsignale“ unserer heutigen Lebensweise: Störungen von körperlichen und psychischen Funktionen und des Befindens wie Bluthochdruck, übervolle Fettspeicher oder chronische Schmerz- und Erschöpfungszustände. Hier sind Medikamente stets die zweite Wahl.

Unser Alltag kann also vorzeitiges Altern und Leistungsabbau oder Jugendlichkeit und Vitalität „produzieren“. Die Produktionsregeln sind heute bekannt. Um den Lebensstil aber zu verändern, sind Appelle, sattsam bekannte Allgemeinplätze, Belehrungen, Verbote & Co. oder auch Maximalforderungen eher hinderlich. Ihr Nichtwissen über die richtigen Regeln speziell für Sie – immer!

Was wäre also mein Tipp für diejenigen, die sich im Herbst des Lebens als „evolutionsbiologische Minusvariante“ fühlen, für die körperlich inaktiven Schreibtischtäter, die mit ihrer Konfektionsgröße Hadernden, die gestressten Manager, die funktions- und befindensgestörten Schichtarbeiter, die pflegenden Angehörigen? Oder für die Leser, die daran interessiert sind, ihre gute Vitalität und Lebensqualität lange zu erhalten?

Durchdachte Gesundheitsangebote zur Lebensstiländerung setzen konsequent auf Ihre Befähigung zum Selbstmanagement. Nur so können Sie das moderne Wissen alltagswirksam umsetzen. Diese sogenannte „Health Literacy“ überlässt Sie nicht den Krankheitsspezialisten. Sie hat vielmehr Ihre Selbstbefähigung zur Gesundheitsproduktion im Fokus: So lassen sich auf der Basis Ihres bio-psychosozialen Gesundheitsstatus Ihre Stärken und Ressourcen messen, um die Weichen richtig zu stellen. Dann erst sollten Sie zur Tat schreiten, gemeinsam mit dem Fachmann Ihre Entscheidung treffen, Ihr Ziel formulieren und mit einem systematischen „Was, Warum, Wie“ Ihre Vitalisierung starten.

Fit4Work, gesund in die Rente, vital in der Rente – packen Sie’s an?