Jannik und Alojz, bitte beschreibt eure Opa-Enkel-Beziehung.

Jannik: Unsere Opa-Enkel-Beziehung ist etwas ganz Besonderes. Wir verbringen regelmäßig viel Zeit miteinander und verstehen uns super. Grund dafür ist, dass wir ein gemeinsames Hobby teilen: Streetwear. Seit mein Opa und ich angefangen haben, Bilder von ihm in hippen Klamotten im Internet zu teilen, hat sich unser Verhältnis intensiviert und wir sind zu besten Freunden geworden.

War das schon immer so?

Jannik: Ich hatte schon immer ein gutes Verhältnis zu meinem Opa und wir haben uns auch immer gut verstanden. Früher haben wir gerne zusammen Fußball und Tischtennis gespielt, und jeden Dienstag hat mich mein Opa von der Schule abgeholt, damit ich das gute Essen meiner Oma genießen durfte. Wir haben uns also eigentlich schon immer wöchentlich gesehen.

Heute seid ihr Internetstars und habt eine große Fangemeinschaft. Wann und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Jannik: Um ehrlich zu sein, war das eine ganz spontane Idee. An Weihnachten 2016 habe ich meinen Opa gefragt, ob er mal Lust hat, meine Klamotten anzuziehen. Er hat sich überraschenderweise drauf eingelassen und sah dann so cool aus, dass ich ein Bild von ihm machen musste. Das habe ich dann auf meinem privaten Instagram geteilt, und meine Freunde fanden es super. Da sich mein Opa in den Klamotten gut gefühlt hat und wir während des ersten „Shootings“ so viel Spaß hatten, haben wir es einfach weitergemacht. So kam die ganze Sache dann langsam ins Rollen. Mittlerweile haben wir sogar 358.000 Follower auf Instagram.

Warum lasst ihr die Öffentlichkeit an eurem Hobby teilhaben? Was ist eure Intention dabei?

Jannik: Ich habe damals das erste Bild von ihm hochgeladen, weil er so unfassbar gut in den Klamotten aussah. Eine richtige Absicht, um damit vielleicht etwas zu erreichen, hatten wir nie. Mittlerweile posten wir die Bilder gerne, um anderen Leuten zu zeigen, dass man auch im Alter noch cool aussehen kann und dass niemand Angst vor dem Altwerden haben sollte. Neben dem Spaßfaktor, der auf unserer Seite noch immer besteht, möchten wir auch gerne unsere Follower inspirieren und natürlich auch unterhalten.

Alojz, kleidest du dich nur für die Fotos in diesem Stil? Oder gehst du mit diesem Style auch alltäglichen Dingen, wie zum Beispiel Einkaufen, nach?

Alojz: Zu Beginn war das etwas Neues für mich und es war ungewohnt, in den Klamotten auf die Straße zu gehen. Mittlerweile gefallen mir die Kleidungsstücke aber so gut, dass ich sie auch im Alltag trage und mich dabei super fühle! Die Klamotten sind nämlich nicht nur super cool, sondern auch sehr bequem. Außerdem genieße ich es, wenn mich Leute auf der Straße erkennen und mich auf meinen Kleidungsstil ansprechen – das ist super!

Wie steht deine Frau dazu?

Alojz: Meiner Frau gefällt es. Sie findet es toll, dass ich Spaß an etwas Neuem gefunden habe, und sie mag meinen neuen Kleidungsstil.

Jannik, was bedeutet es für dich, solch eine Beziehung zu deinem Opa zu haben?

Jannik: Für mich ist das super schön! Ich hatte zwar schon immer ein gutes Verhältnis zu meinem Opa, aber unser Hobby hat uns da auf jeden Fall noch enger zusammengebracht. Ich bin sehr froh, ihn zu haben und auf diese Weise viel Zeit mit ihm verbringen zu können.

Alojz, wie hältst du dich fit? Sind es gute Gene oder ist es das enge Zusammensein mit deinem Enkel?

Alojz: Beides! Natürlich hat mir unser Hobby neue Kraft gegeben und mir gezeigt, dass ich doch noch nicht so alt bin wie gedacht. Ich gehe aber auch regelmäßig ins Fitnessstudio und halte meinen Körper fit. Das ist mir ganz wichtig, und meine Frau freut es natürlich auch!

Alojz, was denkst du über die junge Generation? Und was denkst du, Jannik, über die ältere Generation?

Alojz: Nur Gutes! Die jungen Leute haben heutzutage so viele Möglichkeiten und können so gut wie alles machen, was sie wollen. Das Einzige, was mir nicht gefällt, sind diese aufgerissenen Jeans, die viele Jugendliche tragen. Das geht gar nicht!

Jannik: Mein Bild von der älteren Generation hat sich durch meinen Opa auf jeden Fall geändert. Viele ältere Menschen sind doch lockerer, als sie im ersten Moment wirken. Ich denke, dass es für viele ältere Personen wichtig ist, nicht aufzufallen und sich der Masse anzupassen, und sie folglich langweilig aussehen. Wenn ein Großteil der Personen jetzt noch den Kleidungsstil ein wenig überarbeiten würde und vielleicht mal etwas Neues ausprobiert, dann würde mich das riesig freuen. Immerhin zeigt mein Opa, dass es nie zu spät ist, sich neu zu entdecken.

Was möchtet ihr unseren Lesern der Kampagne „Gesund und glücklich im Alter“ unbedingt mitgeben?

Alojz: Für mich ist jedenfalls klar, dass das Alter nur eine Zahl ist, die keinen Einfluss auf die Lebensqualität haben sollte. Das Ziel sollte sein, auch im Alter noch glücklich zu sein. Um das zu erreichen, bedarf es täglich neuer Ideen, Herausforderungen und ganz viel Spaß. Es ist nie zu spät, etwas Neues anzufangen. Altwerden ist Kopfsache – du selbst entscheidest!

Jannik: Dem schließe ich mich an. Es schadet auch nicht, sich mal von der Masse abzuheben und zu schauen, was einem wirklich Freude bereitet. Und mit einem Lächeln im Gesicht sehen die meisten Outfits eh besser aus (lacht).

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